short book recs | Bücher mit weniger als 250 Seiten 📖
544 segments
Hallo und herzlich willkommen zu meinem
neuen Video, indem ich euch ein paar
Buchempfehlungen gebe und zwar kurze
Bücher, weil ich es ab und zu doch ganz
angenehm finde, wenn man mal ein etwas
kürzeres Buch liest. Und das ist für
mich alles unter 250 Seiten. Ich glaube,
dass ein Buch hier knapp an die 250
Seiten rankommt. Alles andere ist und
ich glaube, dass das meiste sonst schon
ziemlich weit drunter ist. Ich finde es
manchmal schon schwierig irgendwie kurze
Bücher zu finden, die mich genauso
begeistern können wie lange Bücher, weil
ich das Gefühl habe, dass ich diese
Länge brauche, um die Charaktere so gut
kennenzulernen, um da emotional
involviert zu sein. Und ich finde, oft
ist das bei kurzen Geschichten einfach
ein bisschen schwieriger. Wenn diese
Bücher das aber dann schaffen, finde ich
das umso schöner und für mich spricht
das dann auch viel mehr für die
Geschichte, für das Schreiben und ich
glaube, dass hier auch gut verschiedene
Sachen mit dabei sind. Ich denke, dass
da bestimmt viele findig werden, hoffe
ich zumindest. Falls ihr noch
Empfehlungen habt, schreibt auch die
gerne in die Kommentare, weil ich
natürlich immer für Empfehlungen offen
bin, auch wenn ich vielleicht gerade
keine Bücher eigentlich kaufen möchte.
Aber fangen wir mal mit der Liste hier
an. Empfehlung Nummer 1 ist Camilla. Die
erste Vampirgeschichte, die noch vor
Dracula erschienen ist. Hier geht es um
Laura, die mit ihrem Vater sehr
abgeschottet in einem Schloss lebt. Und
nach einem Kutschenunfall nimmt sie dann
Camilla bei sich auf und Laura und
Camilla freunden sich an und da beginnt
eine sehr intensive Freundschaft und mit
Camillas Ankunft beginnen aber auch sehr
viele seltsame andere Dinge zu passieren
und das ist eine total spannende
Atmosphäre. Ich mag die ganze düstere
Stimmung. Ich finde schon, dass das auch
besser in den Herbst passen würde als
jetzt in den Sommer, aber lang ist es ja
nicht mehr bis zum Herbst. Da passt es
auf jeden Fall perfekt rein und ich
mochte auch diese Anspielungen auf mehr
als Freundschaft zwischen Camilla und
Laura. Mir hat das total Spaß gemacht.
Ich finde, dass man da super schnell
durchkommt. Ich hätte das fast auch für
ein Kurs gelesen, aber den Kurs bin ich
leider nicht reingekommen. Das war ein
bisschen schade, aber auch so hat mir
das total viel Spaß gemacht. Und das
Buch hat 156 Seiten. Das ist aber hier
auf jeden Fall die Atmosphäre, die mich
da so begeistert hat. Dieses düstere und
das es eine Gothic Geschichte ist. Das
macht wirklich wirklich viel Spaß und
passt finde ich perfekt in die eher
dunklen Jahreszeiten. Ich mag das aber
auch sehr gerne Bücher passen zur
Jahreszeit zu lesen. Das ist ja nicht
bei jedem so, aber das mag ich ganz
gern. Aber trotzdem, falls ihr noch ein
Buch für eure Herbstleseliste braucht,
dann kann Camilla da auf jeden Fall
raufwandern. Wie du mich ansiehst, ist
noch ganz frisch in meinem Kopf, weil
ich das erst vor ein paar Tagen beendet
habe. Und dieses Buch hat mich wirklich
positiv überrascht. Die Protagonistin
Johanna hat ihren Vater verloren und er
hat ihr seinen Garten hinterlassen und
eine Sorgenfalte auf der Stirn und
Johanna möchte den Garten gern behalten.
Die Sorgenfalte soll aber weg und sie
entscheidet sich dann für einen schönen
Netzingriff. Sie ist sehr erstaunt
darüber, wie einfach es ist, das Altern
vielleicht auf diese Weise
hinauszuzögern, aber auch zu
verschleiern und vor allem beschäftigt
sie sich dann aber mit der Frage, wie
sie das ihrer Tochter erklären soll, der
sie sonst immer gepredigt hat, dass man
sich so lieben und akzeptieren soll, wie
man ist. Und natürlich hat sie auch
andere Fragen im Kopf, warum ihr das
Aussehen so wichtig ist, warum sie so
Schwierigkeit mit dem Altern hat. Und
ich mochte die Themen sehr gern, die das
Buch anspricht. Ich fand, dass der
Schreibstil sehr dazu beigetragen hat,
dass ich das trotz der Themen sehr
leicht angefühlt hat und dass man da so
durchfliegt und mir hat das Lesen total
Spaß gemacht. Ich fand auch die
Muttertochter Beziehung sehr
interessant, vor allem wie eng die
beiden miteinander sind und dass man
schon das Gefühl hat, dass die beiden
sich so gut wie alles erzählen und
wirklich ein enges Verhältnis zueinander
haben und wie schwer Johanna sich dann
damit tut, ihrer Tochter von dem
Schönheitsingangriff zu erzählen, dass
sie das auch erstmal gar nicht tut, bis
es dann einfach irgendwann auffällt.
Aber das fand ich wirklich spannend und
nicht nur wie ihre Tochter darauf
reagiert, sondern auch ihr gesamtes
Umfeld, ihre Freundinnen und wie
unterschiedlich die Meinungen dort
aussehen, aber auch ihr Mann und wie
unterschiedlich die Reaktionen einmal
sind, aber auch wie was das alles mit
Johanna macht. Ich meine, ich fand die
Themen von Anfang an sehr spannend, aber
ich habe wie gesagt nicht erwartet, dass
mir das Buch so unfassbar gut gefällt.
Und ich mochte auch die Gedankengänge
von Johanna, wenn es um das Frauin in
unserer heutigen Gesellschaft geht und
was das vielleicht bedeutet, wie diese
Realität aussieht und wie frustrierend
das sein kann. Das war auch ein Aspekt,
den ich total mochte und das kann ich
wirklich nur empfehlen. Ich fand auch
die Atmosphäre trotz, also ähnlich wie
im Schreibstil, trotz der eher oder
manchmal schweren Themen war die
Atmosphäre trotzdem sehr leicht und ich
bin auch richtig froh, dass ich das
jetzt gelesen habe und dass das nicht zu
einem Buch geworden ist, was so ewig bei
mir rum steht, ungelesen im Regal. Das
ist wirklich auch eine ganz tolle
Geschichte. Mama, bitte lern Deutsch.
habe ich nicht gelesen, aber das Hörbuch
gehört und ich kann
das Buch an sich natürlich empfehlen,
aber vor allem auch das Hörbuch, weil
das auch vom Autor selbst eingesprochen
wurde und das glaube ich dann noch mal
ganz viel zur Geschichte beigetragen
hat. Der Autor erzählt hier von seiner
eigenen Lebensgeschichte in einer
kolisch-deutschen Familie und ähm er
beschäftigt sich damit, dass viele junge
Menschen mit Migrationshintergrund früh
die Verantwortung für ihre Eltern
übernehmen müssen und gleichzeitig aber
einen Platz in einer oft sehr
feindseligen Gesellschaft finden müssen.
Er erzählt einfach von seiner Realität
und das ist total bewegend auf einer
Seite, total traurig auch und trotzdem
hat er das Buch mit einem gewissen Humor
geschrieben, was vielleicht diese
Schwere der Themen irgendwie ausgleicht,
aber auch für eine gute Mischung, glaube
ich, sorgt. Ich glaube, dass diese
Mischung das auch zu einem ganz
besonderen Leseerlebnis für mich gemacht
hat oder Hörerlebnis. Das fand ich
wirklich wirklich unfassbar gut.
Giovanni's Room habe ich schon vor einer
ganzen Weile gelesen, aber das war mein
erstes James Balwin Buch und ist bisher
noch mein einziges, aber das Buch hat
mich dazu gebracht, noch einige andere
Werke zumindest auf meine Wunschliste
erstmal zu setzen. Hier geht es um
David, ein jungen Amerikaner, den wir in
den 1950er Jahren in Paris begleiten. Er
wartet dort auf seine Verlobte, die
gerade, ich glaube, in Spanien im Urlaub
ist und er trifft dort Giovanni und die
beiden fühlen sich sofort zueinander
hingezogen und been sehr intensive
Affäre. lernen sich in der Zeit, wo
David auf seine Verlobte wartet, sehr
intensiv kennen. Und trotzdem
entscheidet sich David dann trotz dieser
großen Gefühle für eine sichere Zukunft
und stößt Giovanni von sich und lehnt
damit auch einen Teil seiner selbst ein
bisschen ab und leugnet auch eigentlich,
wer er ist. Und diese Entscheidung
bringt dann ganz viel Unglück. Das war
eine sehr bewegende Geschichte. Ich kann
mich leider nicht mehr an so viele
Details erinnern, weil das schon eine
ganze Weile her ist und weil ich leider
sowieso Schwierigkeiten damit habe,
würde ich sagen, mich an Bücher zu
erinnern. Ich habe noch nicht so ganz
den Weg gefunden, wie ich das ändern
könnte, aber na ja. Auf jeden Fall
mochte ich das total gern. Ich mag diese
traurigen Geschichten, dieses tief
emotionale und bewegende und ein
bisschen
das Tragische vielleicht daran. Ich weiß
aber bei Baltwin nicht, wo ich
weitermachen soll. Also, ich habe ein
paar Bücher auf meiner Wunschliste und
ich bekomme eigentlich auch nur
positives mit, also jetzt von all seinen
Werken eigentlich, aber ich bin dann
noch ein bisschen überfordert, womit ich
weitermachen soll. Virginia Wolves a
Room of on own ist ein feministischer
Essay und sie beschäftigt sich dort mit
der Frage, was es braucht, damit Frauen
schreiben können und warum z.B. wir Jane
Austin oder Charlotte Bronte nicht
hätten One in Piece schreiben können und
sie kommt zu dem Schluss, dass Frauen
finanzielle Unabhängigkeit und ein
Zimmer für sich allein brauchen, um
Schriftstellerin werden oder sein zu
können. Mir hat das Buch so gut
gefallen. Ich habe manchmal ein bisschen
Schwierigkeiten mit Wolfes fiktionalen
Werken. Das hier mochte ich aber
wirklich wirklich gern. Ich fand das
einfach sehr sehr spannend, sehr
interessant, die Gedankengänge, die das
Thema sowieso und wenn man vielleicht
Lust auf Nonfiction hat, dann ist das,
würde ich behaupten, eine sehr gute
Wahl. Briefe an einen jungen Dichter von
Rilke habe ich total gern gelesen. Rilke
schreibt hier Briefe an einen jungen
Künstler, dem er Ratschläge gibt, was
das Schreiben und Kreativität im
Allgemeinen angeht. Und diese Gedanken
und Ratschläge dann selbst zu lesen,
fand ich richtig schön, inspirierend.
Ich würde auch sagen motivierend
teilweise, wenn man selbst gern schreibt
oder auf irgendeine Weise kreativ
arbeitet, kreativ ist, dann ist das
glaube ich ein richtig schönes kleines
Büchlein, was man mal so lesen kann. Ich
finde, manchmal fühlt sich das trotzdem
ein bisschen größer an, als würde sich
das nicht nur auf Ratschläge bezüglich
des Kreativsins beziehen. Ich habe ja
auch immer mal wieder so ein paar
Sachen,
ein paar Sätze, Zitate unterstrichen und
ich habe auch hier total Lust, das noch
mal zu lesen. Das hat mir auch wirklich
gut gefallen. The Yellow Wallpaper von
Charlotte Perkin and Skillman ist meine
Lieblingsgodsgeschichte und ich glaube,
es wird auch immer meine
Lieblingsgodsgeschichte bleiben. Die
Protagonistin
befindet sich nach der Geburt ihres
Kindes in keinem guten mentalen Zustand
und ihr Mann denkt, dass er genau weiß,
was seine Frau braucht, damit es ihr
besser geht. Er verschreibt ihr dann
Bettruhe und sie
äußert ganz klar ihre Wünsche, ihre
Bedürfnisse und auch, dass sie denkt,
dass ihr diese Art der Heilung nicht
helfen wird, dass das nichts bringen
wird und formuliert ganz deutlich,
was sie machen könnte, was er machen
könnte, damit es ihr wieder besser geht.
Und trotzdem wird sie übergangen und
wird das ignoriert, weil sie die Frau
ist und der Mann die Kontrolle über sie
hat und sie wird einfach von ihrem
ganzen Umfeld isoliert und verliert
daran auch ein bisschen den Verstand,
flüchtet sich dann immer in ihr
Tagebuch, was wir hier lesen und wir
begleiten sie dann aber auch dabei, wie
sie den Verstand verliert und das
beginnt damit, dass sie in der Tapete
Figuren erkennt. Ich finde, dass es viel
viel schwieriger ist für mich eine
Kurzgeschichte zu finden, die mich
begeistert, die mich überzeugt, die
emotional irgendwas in mir bewegt oder
großartig was in mir bewegt, weil das
einfach häufig wirklich zu kurz ist, um
was mit mir zu machen. Aber das hier ist
dann wirklich eine Ausnahme und ich mag
die Geschichte so gern, weil ich das
Gefühl habe, dass trotz der Kürze da so
viel drin steckt. Also, wenn ihr eine
Kurzgeschichte sucht oder vielleicht
auch mit Kurzgeschichten anfangen wollt,
probiert es mal mit The Yellow
Wallpaper. In Madonna Infer Coat
begleiten wir einen türkischen Mann, der
sich in eine Künstlerin verliebt in den
1920ern in Berlin. Das beginnt damit,
dass er ein Gemälde entdeckt, was ganz
viele Emotionen in ihm hochholt, ganz
viele Emotionen auslöst und ähm dann
lernt er die Künstlerin kennen. Und das
ist, finde ich, eine so interessante
Geschichte, weil ich die Gedanken und
die Gespräche des Protagonisten, die
Gedanken, die er für sich hat, aber auch
die Gespräche, die er mit der mit dem
weiblichen Part hier führt, so
interessant sind. Ich habe den Anfang
meines Satzes vergessen. Ich weiß nicht,
ob das jetzt gerade Sinn ergeben hat.
Die beiden sprechen sehr viel über
zwischenmenschliche Beziehungen und
nicht mal nur über romantische
Beziehungen, sondern auch viel über
Freundschaft. Und ich finde es sehr
interessant, wenn die beiden vor allem
darüber sprechen oder wenn durch die
Gespräche deutlich wird, wie
unterschiedlich die Sichten der beiden
auf diese Dinge sind. Das Thema der
Sehnsucht ist hier ganz groß
geschrieben. Das hat mir wirklich
gefallen. Ich habe zwar ein bisschen
gebraucht, um reinzukommen in die
Geschichte, weil wir uns eben nicht von
Anfang an in Berlin befinden und m das
hat für mich so ein bisschen gebraucht,
bis ich dann da wirklich drin war, aber
dann hat mir das wirklich gut gefallen
und dieses diese tiefen Einblicke in die
Gedanken und Emotionswelt des
Protagonisten fand ich richtig schön und
auch so gewisse Beschreibungen, wie er
die Künstlerin sieht und was sie in ihm
auslöst. Das hat mir wirklich wirklich
gut gefallen. Also auch eine große
Empfehlung und auch hier habe ich ein
bisschen immer mal wieder zumindest was
unterstrichen. Auch so Gedanken über die
Liebe, was vielleicht alles auch so ein
bisschen abstrakt wird oder so ein
bisschen groß vielleicht finde ich wurde
hier auf eine Weise eingefangen und in
Worte verpackt, die mir total gefallen
haben. Open Water habe ich auch vor ein
paar Tagen erst beendet und wir
begleiten hier zwei schwarze junge
Menschen, die sich in einer Bar in
London treffen. [räuspern] Die beiden
gehen auf Privatschulen, haben dort ein
Stipendium gewonnen und haben beide aber
Schwierigkeiten ihren Platz zu finden.
Sie haben das Gefühl, dass sie nicht
ganz dazu gehören. Wie gesagt, beide
Künstler, er ist Fotograf, sie ist
Tänzerin und die beiden versuchen ihren
Platz in der Gesellschaft zu finden,
aber in einer Gesellschaft, die sie
immer wieder ablehnt. Die beiden lernen
sich besser kennen. Gefühle entstehen
und sie verlieben sich und es scheint,
es werden die beiden eigentlich wie
fürinander gemacht. Und trotzdem müssen
sie und auch wir als Leser realisieren,
dass diese Liebe trotzdem durch Angst
und Gewalt zerstört werden kann. Und ich
fand auch die Geschichte vor allem für
die Kürze unfassbar emotional, weil das
auch einfach wirklich traurig ist,
frustrierend ist, wenn wir davon lesen,
wie die Realität dieser beiden jungen
Menschen aussieht und das ja natürlich
nichts Exklusives für diese beiden
Figuren ist, sondern Realität für so
unfassbar viele Menschen ist. Und ich
mochte, dass das eben nicht nur eine
Liebesgeschichte war, sondern sich das
auch hier wieder viel größer angefühlt
hat und einfach auch mit diesem Aspekt
der romantischen Beziehung, romantischen
Gefühlen m noch ganz andere Dinge
angesprochen hat. Ich fand auch sehr
interessant, wie unterschiedlich die
beiden mit gewissen Dingen umgegangen
sind und was für ein Einfluss gewisse
Situationen, Gedanken, Erkenntnisse auf
den Protagonisten haben und wie sehr ihn
das natürlich, also offensichtlich
beschäftigt, aber auch wirklich
Konsequenzen für sein Leben hat. Ich
find Konsequenz ist nicht so das
richtige Wort, aber dass ihm das auch
ganz viel kaputt macht, diese Gedanken
und die Frustration, die er verspürt.
Ich mochte die Atmosphäre sehr gern,
weil sich das für mich sehr roh
angefühlt hat. Das ist auch in der
Kombination mit den Charakteren
natürlich entstanden. Trotzdem hat der
Schreibs würde ich sagen, sehr viel auch
dazu beigetragen und das mag ich sehr
gern. Manchmal
wurden hier aber Sachen so oder auf eine
Weise formuliert, die nicht ganz meinen
Geschmack trifft. Was okay ist, ich mag
einfach so Wiederholung als Stilmittel
nicht. Ich fand das manchmal in Ordnung
und ich habe auch, also ich verstehe
schon, dass das für die Geschichte hier
Sinne er gibt und was das irgendwie
bezwecken soll, aber das ist einfach
eine Geschmackssache und das hat sich
für mich irgendwann ein bisschen zu sehr
gehäuft, aber trotzdem hat das jetzt
nicht großartig was vom Leseerlebnis
weggenommen oder auf eine negative Weise
beeinflusst. Es ist nur so eine kleine
Sache, die mir aufgefallen ist, aber
sonst war das wirklich wirklich
unfassbar gut. Clire Kiggens Small
Things Like these spielt 1985 in einer
irischen Stadt und wir begleiten hier
Bill Flong, ein Kohlenhändler, der
während seiner Lieferung ein Geheimnis
des Klosters in seiner Stadt aufdeckt
und das für ihn ein total erschütterndes
Ereignis ist. Ich habe das Buch auch für
die Uni gelesen. Ich hatte das vorher
schon im Regal und ähm habe dann Irish
Fiction Kurs belegt und da stand das mit
auf der Leseliste. Das mochte ich
vielleicht dann noch mal ein Ticken
mehr, weil ich es mag, dass man sich
dann in der Uni einfach noch mal viel
intensiver mit den Geschichten befasst.
Das Buch spricht Themen wie Mut und
Zivilcourage an und das fand ich auch
Moral und das fand ich alles richtig
interessant und spannend und auch Bill
einfach bei dem Prozess zu begleiten, ob
er aktiv wird, ob er etwas tut, um diese
Zustände, die er für sehr schrecklich
empfinde, zu verbessern und dass das für
ihn nicht einfach ist, weil das auch
Konsequenzen haben kann, haben wird. Das
war super spannend. Ich habe vorher noch
nie was von den Magdalenwäschereien in
Irland gehört. Das war so mein erster
Berührungspunkt damit. Das war auch
wirklich emotional und bewegend und ich
glaube, das zieht sich als Thema auch so
ein bisschen durch viele Bücher durch,
aber das mag ich total gern. Und als
letztes habe ich hier I have never known
men. Wir begleiten hier 39 Frauen, die
in einem Bunker in Gefangenschaft leben.
Es gibt Wächter, die die Frauen rund um
die Uhr äh beobachten. Die Frauen können
sich kaum bis gar nicht an ihr Leben vor
der Gefangenschaft erinnern. Sie wissen
auch nicht, wie sie dorthinekommen sind
und eines Tages gibt es dann aber die
Möglichkeit auszubrechen. Und der
Schlüssel zur Freiheit ist dann das 40.
Mädchen, die jüngste der Gruppe, die
sonst immer die Außenseiterin war, die
in diesem Bunker groß geworden ist, die
nichts anderes kennt und mit der
Realisation, dass sie der Schlüssel zur
Freiheit ist, verändert sich die ganze
Dynamik der Gruppe. Und das ist auch so
der große Punkt, den ich total spannend
finde, dieser Wandel von der
Außenseiterin, mit der niemand was zu
tun haben möchte oder die gar keinen
Anschluss findet, hin zu einer Person,
von der die anderen abhängig sind. und
auf die die anderen angewiesen sind.
Natürlich fragt man sich als Leser die
ganze Zeit, wie es dazu gekommen ist,
dass diese Frauen in diesem Bunker
gefangen gehalten werden. Dann stellt
sich die Frage, was sie denn dann
vortreffen, wenn sie dort ausbrechen.
Und es ist teilweise, würde ich sagen,
ein sehr frustrierendes Leseerlebnis.
Auch das Ende, was man sich nicht
wünscht als Leser, aber was, finde ich
trotzdem sehr gut zur Geschichte passt.
Und ich mochte, wie monoton sich das
manchmal angefühlt hat vom Schreibst
her, von der Erzählweise her, weil das
sehr sehr gut zur Geschichte gepasst hat
und sich das so gegenseitig
unterstrichen hat. Das hat sich
teilweise hoffnungslos angefühlt und ich
fand, dass diese Emotionen so gut rüber
gekommen sind, dieses monotone, diese
Hoffnungslosigkeit. Ich fand dann
sowieso auch, das ist ja immer
eigentlich ein Aspekt, den ich bei
Büchern sehr gerne mag, wenn das so an
Gruppendynamik geht und wie die sich
entwickelt. Und das war auch hier ein
großer Teil, der mir total gut gefallen
hat. Das war ein sehr neues
Leseerlebnis, auch würde ich sagen, von
der Geschichte her vom Ende. Aber das
hat mir total gut gefallen und hat vor
allem einen sehr bleibenden Eindruck
hinterlassen und war eine Geschichte,
die mit Nachbeenden noch wirklich eine
ganze Weile im Kopf geblieben ist. Das
ist also zumindest aktuell die Liste an
relativ kurzen Büchern, die ich nur
empfehlen kann. Ich hoffe, dass ihr da
findig geworden seid. Ich hoffe, dass
ich hier einiges für euch interessant
angehört hat. Lest diese Bücher. Es
lohnt sich wirklich. Die Geschichten
machen so viel Spaß, das sind so so
tolle Werke und wie gesagt, falls ihr
Empfehlungen habt, immer gern her damit,
weil ich es wirklich wirklich auch
teilweise für mich zumindest und für
meinen Lesegeschmack sehr bemerkenswert
finde, wenn Autoren es schaffen, mich
auf so kurzen Seiten so unfassbar zu
überzeugen. Yeah.
Ask follow-up questions or revisit key timestamps.
In diesem Video stellt die Sprecherin eine Auswahl an empfehlenswerten, kurzen Büchern vor (unter 250 Seiten). Sie thematisiert dabei die Herausforderung, dass es oft schwierig ist, in kurzen Erzählungen eine ebenso starke emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen wie in umfangreichen Werken, unterstreicht aber die Qualität der von ihr gewählten Bücher, die es dennoch schaffen, tiefgründig und mitreißend zu sein.
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